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Gastbeitrag: Svea

Auch Svea hat sich nicht lumpen lassen und für uns einen superschönen Betrag verfasst. Auch dir nochmal vielen Dank!


Nun sitz ich hier mit den drei verrückten Studenten in der großen gemütlichen Küche, beobachte, wie sie sich fleißig für das hoffentlich leckere Abendessen bemühen und habe als Amateur die glorreiche Aufgabe mein Abendteuer in Neuseeland in Worte zu fassen. Ha, nichts leichter als das… man, wann ist denn endlich das Essen fertig?

Mittlerweile ist ein neuer Tag angebrochen und ich sitze in dem kleinen süßen Fernsehzimmer, in dem wir gefühlte fünfzig Filme geschaut haben, und versuche meine ganzen Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen. Auf der einen Seite merke ich, wie die letzten Tage hier dem Ende zu gehen und wie dieses Gefühl mich immer mehr bedrückt.

Ich glaube, man kann sich gar nicht vorstellen, wie intensiv und schnell man Menschen kennen und mögen lernen kann, wenn man nicht gerade auf Weltreise ist. Mir graut es schon vor dem Augenblick morgen am Flughafen, weil ich weiß, dass es wohl einer der emotionalsten Momente in meinem großen Abenteuer sein wird.

Als wir uns in Wanaka kennen lernte, ahnte ja noch keiner, dass aus dem ganztags Frühstück eine richtige Tradition wird…

Wie eine kleine Familie wird bei uns nämlich morgens zunächst liebevoll das Frühstück vorbereitet, auf den letzten Langschläfer gewartet, um dann ganz gemütlich mit viel Tee und Gelächter in den Tag zu starten. Während des Frühstücks wird dann das Tagesprogramm besprochen, um sich bei getrennten Aktivitäten spätestens beim Abendessen zum gemeinsamen Kochen wieder zu finden. Häufig werden anschließend Stift und Post-its gezückt, um sich mit dem Spiel „wer bin ich?“ zu belustigen oder Jere gibt mal wieder sein Bestes auf der Gitarre und wir trällern gemeinsam unsere Best-off-Songs, wie Wonderwall oder Kiss…

„Menschen kommen und gehen, die Einen vergisst man und die Andere bleiben für immer in deinem Herzen“

Seitdem ich hier bin, habe ich so viele Menschen kennen gelernt und bin trotzdem immer wieder verblüfft, wie verschieden wir doch alle sind. Ich glaube, nein, ich weiß, dass unsere kleine Familie definitiv in meinem Herzen bleiben wird!

Als ich Claudi kennen lernte, hätte ich zum Beispiel niemals erwartet, dass diese kleine liebenswürdige und souveräne Person teilweise Sprüche raus knallen kann, dass einem fast die Spucke wegbleibt und man sich im nächsten Moment auf den Boden schmeißt, um sich vor lachen zu kringeln… aber dann gibt es auch diese warmen und herzlichen Momente, in denen ich neben ihr sitze, eine Haarsträhne aus dem Gesicht gestrichen bekomme oder sie ihren Kopf auf meine Schulter legt und wir gemeinsam den Augenblick genießen.

Bei Thomas bin ich irgendwie noch nicht ganz durchgestiegen. Manchmal gibt es Tage, an denen er sich alle halbe Stunde in die Telefonzelle verzieht und mit, gefühlt, halb Deutschland telefoniert und dann gibt es Momente, in denen man sich über Gott und die Welt unterhält und lacht und sich wundert, was die vorherigen Tage los war… trotzdem bleibt er seiner  zuvorkommende und fürsorgliche Art immer treu und versorgt einen mit Tee und Wärmflasche, wenn man total fertig von einer nicht ganz so schönen Walbeobachtungstour kommt oder sorgt sich um das Befinden, wenn man mal nicht allzu gesprächig ist und nicht unbedingt freundlich aus der Wäsche guckt.

Tja und Jere… die perfekte Ergänzung zu seiner besseren Hälfte. Nicht das es schon reicht, wenn ich mich schon auf dem Boden vor lachen kringele, nein, man setzt noch den einen oder anderen Spruch drauf, um mich auch noch zum heulen zu bringen. Um die Abwechslung aber noch ein wenig zu wahren, belästigt man die anderen Hostelbewohner, indem man sich wie von der Tarantel gestochen durch die Küche jagt und mit Styroporrollen oder Handtüchern schlägt. Ab und zu habe ich mich auch an Rugby versucht, aber wer Jere kennt und sich mich als kleinen Hempfling daneben vorstellt, kann sich ausmalen, wer immer gewonnen hat… richtig, ich natürlich!

Mittlerweile sitz ich hier auch nicht mehr alleine, sondern in gewohnter familiärer Umgebung, weil es zusammen irgendwie ja doch schöner ist und jeder gegenseitig nach der gemeinsamen Nähe sucht.

Ja und nun auf der andere Seite bin ich doch sehr glücklich über diese vielen tollen gemeinsamen Momente und Erinnerungen und muss freudestrahlend feststellen, dass das kleine, aber irgendwie doch riesige Abenteuer so langsam zu Ende geht und ich diese tolle Zeit mit genau den richtigen Menschen teilen konnte, Menschen, die man zu hause im kalten Deutschland wohl als richtig gute Freunde bezeichnet!


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posted by czery in Gastbeiträge,Reisebekanntschaften and have Comment (1)

One Response to “Gastbeitrag: Svea”

  1. Benji sagt:

    Hi Svea und Svenja,
    tolle Beiträge von euch zwei Mädels. Durch die blumigen Berichte von Claudi hat man das Gefühl, euch auch ein bißchen kennengelernt zu haben, obwohl man nicht dabei ist. Ich wünsch euch unbekannterweise noch viel Spaß, tolle Eindrücke, Gesundheit und Glück auf eurer weiteren Reise 🙂

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