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Gastbeitrag: Svenja

Kurz vor ihrer Abreise haben wir Svenja und Svea gebeten, für unseren Blog einen Gastbeitrag zu schreiben. Die beiden Mädels haben sofort zugestimmt und sich in die Arbeit gestürzt. Hier gibt’s das Resultat von Svenja. Nochmals vielen Dank dafür!


Wir sollen jeder einen Beitrag für den Blog schreiben und das innerhalb weniger Stunden – das eröffneten uns die „Gelben“ zwei Abende bevor wir uns von ihnen verabschieden müssen. Das Thema sei egal, es solle nur ansatzweise etwas mit dem Blog beziehungsweise mit Neuseeland zutun haben. Na super, nichts leichter als das…

Ich könnte es mir jetzt ganz einfach machen und mein Reisetagebuch, das ich seit dem ersten Tag hier in Neuseeland führe, abschreiben. Das wäre allerdings viel zu ausführlich und würde mich wohl am Ende doch noch viel mehr Zeit kosten. Außerdem möchte ich so wundervollen Menschen wie Claudi, Jere und Thomas ja auch noch etwas Persönliches mit auf den Weg geben…

Dieser Beitrag soll also von Neuseeland und meinen Erfahrungen hier handeln. Ich denke, über das Land der Kiwis und seine Natur brauche ich nichts mehr zu erzählen. Dafür lässt euch Claudi regelmäßig in die faszinierende und farbenfrohe Welt von Mittelerde und Umzu eintauchen.

Also dann, was gibt es zu meinen Erfahrungen hier zu sagen? – Das Beeindruckenste und Intensivste auf dieser Reise ist für mich wohl, dass man so viele unterschiedliche und internationale Menschen kennenlernt. Da ist in Palmerston North zum Beispiel der Kfz.-Technik-Lehrer James aus Kanada, für den es eine Selbstverständlichkeit ist unser Auto gegen ein paar Cookies zu reparieren. Dann trifft man die Däninnen Cecilie und Tuve, mit denen man im Hostel in Christchurch tagelang das gleiche Leid teilt sich mit der englischen Alkoholikerin Fiona eine Küche sowie den Aufenthaltsraum teilen zu müssen. Beim Kochen in Kaikoura lernt man den Holländer Rens kennen, der am nächsten Tag die gleich Route wie wir reisen will und den wir, obwohl er uns eigentlich total fremd ist, in unserem Van mit nach Christchurch nehmen. In Nelson schließen wir mit Marie Bekanntschaft, mit der wir uns dann auch in Christchurch noch einmal treffen.

Hier in Neuseeland trifft man sich unerwartet oft noch einmal wieder und verabschiedet sich nicht nur einmal voneinander. Wenn der endgültige Abschied dann doch mal unausweichlich ist, verspricht man sich immer über Facebook oder per Email in Kontakt zu bleiben.

Auch in dieser Hinsicht unterscheiden sich die Bekanntschaften, die man hier schließt sehr. Einerseits nimmt man sich bei manchen vor in Kontakt zu bleiben und sich irgendwann im Leben mal wiederzusehen. Wenn man aber ehrlich ist, muss man sich eingestehen, dass ein richtig fester, stetiger Kontakt und vorallem ein Treffen wohl nie zustande kommen werden.

Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch wieder so Menschen wie die „Gelben“ von denen man sich zwar auch verabschieden muss. Allerdings bin ich mir bei ihnen sicher, dass man mittlerweile eine so dicke und ehrliche Freundschaft geschlossen hat, die auch über längere Zeit und Distanz bestehen wird und dass man sich definitiv zu einem Neuseeland-Erinnerungstreffen zusammenfinden wird. Man weiß zwar noch lange nicht wo und wann, aber man weiß, dass es passieren wird. Ein schönes Gefühl!

Ach, ihr fragt euch wer die „Gelben“ sind? – Diese Gruppe dürfte euch wohl bekannt sein. Sie setzt sich aus Claudi, Jere und Thomas zusammen und der Begriff stammt aus meinem Tagebuch. Die Auswahl dieses liebevollen Namens erweist sich schnell als logisch, wenn man ihren fahrbaren Untersatz begutachtet. Als wir die Drei in Wanaka kennenlernten war

ihr Van einfach nur komplett gelb angesprüht und überall auf den ersten Blick zu erkennen, perfekt zum Kolonnefahren. Mittlerweile ist schon das bekannte Kiwivogel-Blog-Logo aufgesprüht und wir sind schon einige Male in diesem echt schicken Gefährt als blinde Passagiere mitgefahren. Auch dieses Gefühl werde ich vermissen: Im Hinterraum des Vans auf dem Boden in Claudis oder Sveas Schoß zu liegen, mich zu verstecken und mich wie ein Flüchtling zu fühlen. Ich werde so viel an der gemeinsamen Zeit mit den „Gelben“ vermissen, wir hatten eine ganz besonders schöne Zeit hier mit ihnen!

Jetzt werde ich hier schon sentimental, romantisch und kitschig, passend zur langsam einsetzenden kühleren Jahreszeit. Wenn ich hier an meinem Tisch im Hostel aus dem Fenster schaue, sehe ich das herbstlich rot-gelb-orange gefärbte Laub. Eigentlich wie zuhause nur, dass hier zwischen den Laubbäumen dann auch immer mal wieder ein paar Palmen hervorragen, die einem versichern, dass man wirklich in Neuseeland ist und nicht irgendwo in Deutschland.

Ich frage mich, wie der Winter hier am anderen Ende der Welt wohl so aussieht. Ist der Sand am Strand dann bedeckt von Schnee und Eis? Hängen von den Palmen Eiszapfen hinunter?

Und noch eine weitere Frage, die aufkommt: Wie wird der Winter und die kommende Zeit ohne uns wohl für Claudi, Jere und Thomas aussehen? – Ich stelle mir ihre gemeinsame Zukunft hier im Land der Maoris folgendermaßen vor:

Die Drei werden nach unserem Abflug noch ein paar Tage mit ihrer lässigen und entspannten Studenteneinstellung nach einem Platz zum Arbeiten für Unterkunft und Verpflegung, dem so genannten Wwoofing, suchen. Bald werden sie alle gemeinsam auf einer kleinen Farm hier auf der Südinsel fündig werden. An diesem schönen, aber verlassenen Plätzchen Erde wird es Pferde, Schafe und Hunde geben. Claudis tägliche Aufgabe und Leidenschaft werden die Pferde sein. Sie ist dort dafür zuständig mit den Tieren auszureiten und sie zu pflegen. Der Hund ist bei ihrer Ankunft noch ein kleiner Welpe und sie dürfen ihn Snoop (Dogg) taufen. Mit den määäähenden Schafen und ihren Kumpanen den Schiegen (darf ich vorstellen? – Eine Mischung aus Schaf und Ziege) freunden sich die „Gelben“ schnell an und können während ihrer Zeit auf der Farm ihren Traum wahr werden lassen und die Tiere selber per Hand scheren.

Diesem Job werden sie ca. drei Monate treu bleiben bis es ihnen dann doch zu kalt und ungemütlich auf der Südinsel wird. Der Winter hier soll ja doch ziemlich kühl sein.

Also entscheiden sie sich den ehemaligen Arbeitgebern den Rücken zuzukehren und per Fähre via Picton-Wellington auf die Nordinsel, wo es zumindest etwas wärmer sein soll, zu ziehen. Dort bekommen sie ein Jobangebot in einem Naturschutzreservat, wo sie Kiwi-Voegel pflegen und nebenbei die ganz untouristische Natur von Neuseeland kennenlernen.

Aber auch dort hält es sie nur drei bis vier Monate. Doch ihr braucht jetzt gar nicht glauben, dass es für die Drei irgendwann langweilig wird, nein! Denn dann wird der Frühling hier langsam in vollem Gange und der Sommer nicht mehr weit sein. Die Sonnenstrahlen zaubern Claudi eins von ihren vielen Lächeln ins Gesicht und Thomas und Jere können nicht anders als bei diesem ansteckend frohen Gemüt mitzulachen. Spontan wie sie nun mal sind und aus dieser frohen Laune heraus einigen sie sich darauf die letzten Monate in diesem wunderschönen Land nur noch zu reisen. Sie haben genug gearbeitet, Geld gespart und sich die Rundreise hier sehr wohl verdient. Jetzt heißt es nur noch fahren, anhalten, die schöne Aussicht genießen, weiterfahren, Fotos machen, fahren, fahren, fahren… ok, und zwischendurch mal tanken J

Irgendwann ist aber jede noch so schöne Zeit mal vorüber und ihr Jahr in Neuseeland ist vorbei. In Australien wird Jere noch einmal auf eine harte Probe gestellt, denn er muss Claudi vor den giftigen und gefährlichen Tieren dort oft beschützen. Dies macht er ganz geschickt, indem er ihr immer wieder auf seiner Gitarre die schönsten Lieder vorspielt. Da werden sogar die Schlangen, Spinnen und was da sonst noch so vor sich hinvegetiert schwach und lassen die beiden lieber ganz romantisch am Strand alleine.

Selbst in einer so aufregenden und turbulenten Stadt wie Bangkok werden sich die mittlerweile reiseerprobten Medienkommunikationsexperten sehr gut zurechtfinden  bevor sie sich dann aber wirklich mal auf den Weg nach Hause machen müssen, um dort ihre Masterarbeit zu verfassen.

Wir hingegen ziehen also morgen schon weiter. Unser Flug geht in wenigen Stunden von Christchurch aus nach Auckland. Dort werden wir noch 11 Tage die Stadt und Umgebung erkunden sowie im Hafen bei einem schönen Abschlussessen und einem leckeren Glas Wein auf unsere neuseeländische Zeit anstoßen. An diesem Abend werden wir auf einen wundervollen und unvergesslichen Lebensabschnitt zurückblicken, aber auch aufgeregt und gespannt sein,  was für Abenteuer uns wohl in den kommenden Wochen noch so erwarten werden.

Von dieser achso stressigen und kräfteraubenden Zeit hier im Kiwi-Land werden wir uns erstmal einige Tage auf den Fijis, genauer gesagt der Bounty Island sowie der South Sea Island erholen müssen. Dort ist dann purer Strandurlaub angesagt wie man es aus den Reisekatalogen kennt. Wir werden schön in unserer Hängematte am weißen Sandstrand liegen und mit dem Cocktail in der Hand auf das glasklare türkisfarbene Wasser gucken bevor wir anschließend in unseren neuen weißen Strandkleidern die Raffaelo-Werbung nachspielen.

Vollgetankt und von den exotischen Früchten dieser Gegend gestärkt werden wir anschließend wieder einen etwas längeren Flug vor uns haben. Dieses Mal wird uns der Trip hoch über den Wolken in die Stadt der Stars und Sternchen bringen. Es wird abgehen nach Los Angeles! Nach einem von Svea geplanten Frisörbesuch und einigen Sightseeing- und Shoppingausflügen geht es zum Schluss noch einmal richtig rund.

Das letzte Reiseziel im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sowie auch das letzte Ziel unserer gesamten Weltreise wird der Big Apple, New York sein. Was uns dort erwartet vermag ich mir in meiner Phantasie noch gar nicht auszumalen. Dort wird man sicherlich vor lauter Wolkenkratzern und blinkenden Lichtern keinen Himmel mehr sehen. Das ist übrigens hier in Neuseeland genau umgekehrt. Hier haben die Häuser in der Regel nur ein Erdgeschoss und dadurch kann man oft den wunderschönen Sonnenuntergang oder auch nachts den sternenklaren Himmel über den Dächern der kleinen Städte beobachten, wenn man auf einer der für Neuseeland typischen Verandas vor dem Haus sitzt. Naja, das nur mal so ganz nebenbei J

Wo war ich stehengeblieben? – Achja, was uns nach dieser Weltreise so erwartet. Für uns wird der Alltag eines Studenten dann hoffentlich bald losgehen und wir werden uns oft nach den unvergesslichen Stunden, Tagen und Monaten hier zurücksehnen. Was in einem Jahr in meinem Kalender so stehen wird weiß ich natürlich noch lange nicht. Doch eines weiß ich ganz sicher. Nämlich, dass dort irgendwann an einem Tag zwischen Februar und Mai Folgendes stehen wird: Yuchuuuuu, die „Gelben“ sind endlich wieder im Lande! Neuseeland-Erinnerungstreffen in ??? (wo auch immer wir dann alle verstreut wohnen), yuchuuuuu!!!!

Auch wenn es jetzt mittlerweile schon Dienstag abends ist und wir um genau zu sein nur noch 16 kurze, gemeinsame Stunden miteinander haben werden und ich wirklich richtig traurig bin, mich morgen am Flughafen verabschieden zu müssen, bin ich mir trotzdem ganz sicher, dass es kein Abschied für immer sein wird und das ist ein wunderschönes Gefühl. Frei nach dem passenden Spruch „FREUNDE SIND WIE STERNE: DU KANNST SIE VIELLEICHT NICHT IMMER SEHEN, SIE SIND ABER TROTZDEM IMMER DA!“ bin ich froh und dankbar, so unbeschreiblich tolle Personen wie Claudi, Jere und Thomas kennengelernt zu haben und bin mir sicher, dass wir in Kontakt bleiben. Denn sie sind wortwörtlich zu richtigen Freunden geworden.

Mir bleibt gerade nichts anderes mehr zu sagen als: Es war eine wunderschöne Zeit mit euch und ihr seid ganz „DEEP IN MY HEART“ !


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posted by czery in Gastbeiträge,Reisebekanntschaften and have Comments (5)

5 Responses to “Gastbeitrag: Svenja”

  1. Thomas sagt:

    Nice, nice…zum weiterschreiben qualifiziert würde ich sagen …wünsche dir und Svea eine gute Weiterreise und schöne Zeit auch ohne „die Gelben“

  2. Vester sagt:

    Hätte da noch einen Vorschlag zu machen: legt doch bitte eines eurer Treffen in den Süden Deutschlands und ladet an einem Abend mit Bildern und Videos alle eure treuen Blogleser dazu ein. 😉

  3. czery sagt:

    Könnte n volles Haus werden bei unseren Userzahlen 🙂

  4. Papa sagt:

    Ich kenne nur Schatzi als Mischung aus Schaf und Ziege…

  5. Christian sagt:

    Ich find die idee von Vester ja auch toll, dann mietet ihr halt ein kino, nehmt von allen 10€ für die umkosten, präsentiert euer Buch „Ein Jahr in Neuseeland“ und zeigt zusammengeschnittenes Video-Bilder-Material von eurer Reise mit live-Vertonung durch euch…:-)

    schöner Beitrag von dir Svenja…wünsche euch eine schöne Zeit auf den Fijis, LA und NY…

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