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Blauer Gletscher, bunte Nudeln und faule „Backpacker“

Hm, also zurzeit kommen wir, obwohl wir es relativ locker angehen lassen, kaum dazu, unseren Blog zu pflegen. Aber die Erlebnisse häufen sich und bevor wir alles vergessen, hier die Fortsetzung aus Okarito:

Nach einem sehr geselligen Abend im kleinen Okaritohostel vor dem Kamin und mit unseren neuen Bekanntschaften, begann der nächste Morgen wieder mit Einpacken und Auschecken, was langsam zur Routine wird. Wir gaben den Schweizern noch ein Stück von unserem neuen selbstgebackenen Brot mit und machten uns auf den Weg zum Franz Joseph Gletscher. Holger und Birgit waren bereits früh aufgebrochen, um eine Helihikingtour auf den Gletscher zu wagen: Man fliegt mit einem Hubschrauber weit hinauf auf die schönen noch nicht verdreckten Stellen des Gletschers und wandert mit einer Führung 2 Stunden über das unberührte Eis, besucht Eishöhlen und lässt sich anschließend wieder vom Hubschrauber abholen (ca. 360 Dollar). Andere Möglichkeiten, den Gletscher zu besteigen sind geführte Touren vom Boden aus, die nach Zeit und Höhe des Aufstieges gestaffelt sind und auch dem entsprechend mehr oder weniger Geld kosten. Zuerst hatten wir überlegt, die kleine Tour zu machen, doch Birgit und Holger haben uns davon abgeraten, weil diese Touren unglaublich langsam voran kommen und hohe Menge an Leuten gleichzeitig abgefertigt werden. Wir haben uns also dafür entschieden, nur bis zur Gletscherzunge vorzuwandern und anschließend am gleichen Tag noch nach Wanaka weiter zu fahren. Holger und Birgit hatten an diesem Tag sicherlich einen tollen Blick aus ihrem Hubschrauber, denn das Wetter war an dem Tag blendend! Unser Van sprang ohne große Probleme an und wir hatten schon von weitem eine tolle Sicht auf den Gletscher. Wir stellten den Van an einem Sammelparkplatz ab und machten uns das erste Mal auf eine kleine Wanderung quer durch das steinige Becken des Schmelzwasserflusses: eine karge Landschaft, jedoch mit Highlights an den Berghängen, die die Wanderung interessanter machten: Wir machten ein kleines Fotoshooting an einem Wasserfall und kletterten auf den Felsbrocken herum. Schließlich kamen wir an eine Absperrung, von der wir einen tollen Blick auf die eisblaue Höhle direkt an der Gletscherzunge und die vielen Touristengruppen, die sich in Schlangen auf dem Eis vorwärtsbewegten, hatten. Der Weg ist das Ziel und wir hatten noch eine für unseren Van anstrengende Fahrt vor uns und so hielten wir uns nicht lange dort auf – was gibt es auch groß noch zu sehen? – und machten uns wieder auf den Rückweg. Hier trafen wir ein nettes älteres australisches Paar. Es ist witzig, wie schnell man hier in einen kleinen Smalltalk verwickelt wird. Die Wanderung war für den Einstieg wirklich schön und da es kaum einen Anstieg gab, behielt ich tapfer meine gute Laune. Weiter ging es also nach Wanaka, raus aus dem Urwald in eine ganz andere Landschaft: Die Wälder und Sträucher wurden spärlicher, immer mehr Felswände traten aus den Bergen und das Gras war nicht mehr grün, sondern golden-gelb, wie wir es bereits von Christchurch aus gesehen hatten. Die Straße in Neuseeland sind ein Thema für sich, wobei ich denke, dass wir bisher noch wirklich Glück hatten. Alle Backpacker lästern in diesem Fall über die Neuseeländer und so bekamen wir schon als wir vom Flughafen abgeholt wurden gesagt, dass die Neuseeländer keine Straßen flicken, sondern nur Kreise um die Löcher malen. Außerdem seien viele der eh schon wenigen Straßen nur Schotterpisten, die nicht jedes Auto bewältigen kann. Vor dieser Aufgabe standen wir zum Glück noch nicht, aber auch so kann eine Serpentinenfahrt hier gruselig sein. Wenn ich mal wach bin, fürchte ich mich, dass ich einen Felsbrocken auf den Kopf kriege oder wir über den Straßenrand ins Tal fallen, denn wo und warum hier an manchen Stellen Leitplanken stehen, habe ich noch nicht begriffen, eine einheitliche Regel scheint es da nicht zu geben. Und es liegen große Steine auf der Fahrbahn vor denen Hinweisschilder warnen, dass sie jederzeit aus den steilen Felswänden neben uns brechen könnten – nagut, und was soll man dann machen? Der Hinweis ist genau so gut, wie der Rat „Fahr vorsichtig!“. Sicherungen vor abbrechenden Felsen habe ich noch nirgendwo hier gesehen. Was wir auch schnell gemerkt haben: Pilonen (Baustellenhütchen) herstellen ist DIE Einnahmequelle in Neuseeland! Auf den einsamen langen Straßen ist das einzige, was man häufiger sieht, als platt gefahrene Tiere, diese Hütchen und Baustellenschilder, nur: Irgendwie sind fast alle Baustellen verlassen. Das scheint wohl wie mit dem Kreis um die Straßenlöcher zu sein: Man kennzeichnet einfach, wo noch was zu tun wäre. Wenn dann tatsächlich Arbeiter an einer Baustelle sind, dann ist das wohl der entspannteste Job hier in Neuseeland: Fünf sitzen rum und einer stellt Hütchen auf. Und dann gibt es da noch die wichtigste Person im Team (mein absoluter Traumjob unter den Traumjobs): Eine menschliche Ampel. An beiden Enden einer Baustelle stehen meist die zwei übergewichtigsten Arbeiter. Beide sind mit einem Walki Talki verbunden und halten ein Schild mit „Go“ und „Stop“ in der Hand, dass sie dann synchron drehen, so dass eine der beiden Autokolonnen durch die Fahrbahnverengung fahren kann. Kein Wunder, dass Neuseeland sich nicht wirklich mit Arbeitslosigkeit beschäftigen muss.

Der Lake Wanaka ist wirklich riesig. Wir fuhren schon eine ganze Weile an ihm entlang, dann führte die Straße noch einmal über die Bergkette zu einem anderen See und wieder zurück, bis wir zum kleinen Städtchen Wanaka gelangten. Der Ort ist bereits auf Tourismus ausgelegt, denn im Sommer kommen hier die ganzen Backpacker entlang und im Winter ist es ein Skiort für Neuseeländer und Australier. Wir sind etwas hinter der Hauptsaison, so dass alle von uns befahrenen Orte bisher eher gemäßigte Touristenvorkommen aufwiesen. Normalerweise gehen wir bei der Hostelbuchung immer nach der BBH-Broschüre, die eine Reihe von Hostels in Neuseeland bewertete hat und suchen uns das beste Hostel aus. In Wanaka ist es das „Wanakabakpaka“, das jedoch keinen Platz mehr für uns frei hatte. Also zogen wir ins „Purple Cow“ (wo es tatsächlich ein Wand mit lila Kuhflecken gibt), ein Hostel der Kategorie 101-Betten-und-mehr, hier aber Platz Eins laut BBH, in einen Bungalow mit einem kleinen Gemeinschaftsraum, Küche, Bad und zwei abgehenden 3-Bett-Zimmern.

Und hier begann die widerliche Geschichte, auf die ihr alle schon wartet.

Wir bezogen unseren Bungalow, den wir uns mit  – eigentlich vier, aber es waren nur drei Betten (?) –(wieder deutschen) Jugendlichen teilten. Die zwei Mädels und zwei Jungs waren schon sehr lustig drauf, hatten die Musik laut aufgedreht, schauten ihre Skydivebilder des Tages an und bemalten sich mit neongrüner Farbe im Gesicht. Als Thomas und Jere das Essen in den Kühlschrank stellen wollten, war im Tiefkühlfach eine Flasche Wodka (viel teurer hier) und wir machten Witze darüber, dass die vier „Kinder“ (18 oder 19 Jahre alt, wahrscheinlich frisch nach dem Abi) sich heut bestimmt zusaufen, uns nicht schlafen lassen und die Bude voll reihern. Naja, und genau das geschah dann auch, in der gleichen Reihenfolge. Die Musik wurde immer lauter und schmalziger (erstaunlich, dass sie genau die gleichen nostalgischen Lieder hören, wie unsere Generation), sie fingen an, mitzugrölen und wir hörten Anforderungsrufe wie „Down it! Down it! Down it!“ – immerhin in Englisch, sie haben wohl ihren Sprachschatz hier erweitert. Wir trauten uns kaum, Zähne putzen zu gehen, als sie uns besoffener Weise sofort belagerten. Ich hab echt keine Geduld für Betrunkene, aber irgendwie tat mir das eine Mädchen dann schon ein bisschen leid, als sie mich alleine beim Mundausspühlen im Bad erwischte und ganz traurig und betrunken fragte, ob ich das erste Mal so lange und so weit weg von zuhause sei…

Wir gingen also demonstrativ schlafen, was die vier nicht dazu veranlasste, ihre Lautstärke zu reduzieren. Sie redeten die ganze Zeit davon, dass St. Patricks Day sei und noch eine Bar besucht werden müsse. Wir lagen also in unserem Zimmer und hofften hinter den dünnen Wänden, dass sie doch bald ihre tauben müden Körper hinaus bewegen würden – Aber sind Betrunkene unentschieden!!! Ich wär am liebsten raus gegangen und hätte ihnen die Entscheidung abgenommen. Irgendwann hörten wir die erlösenden Türgeräusche. Doch als ich noch einmal auf die Toilette ging, sah ich, dass nicht alle aufgebrochen waren. Zwei lagen scheinbar ohnmächtig zusammen in einem Bett, ihre Tür war offen, das Licht an und mitten im Raum auf dem Teppichboden ein großer Berg ausgekotzter Nudeln. (Jere würde es eher als „Lache aus einem breiten Spektrum an Nudeln“ bezeichnen.) Der typische Geruch lag in der Luft und wir machten einfach mal die Tür zu, aber das half nicht wirklich, denn anscheinend hatte sich einer der Beiden nicht nur auf dem Boden erbrochen, sondern sich selbst oder eine weitere Person vollgekotzt: Das Bad war überflutet, es lag überall Klopapier, eine nasse Unterhose und andere Kleidungsstücke herum und hier und da eine kleine Nudel. Anscheinend hatte jemand betrunkener Weise versucht, grobe Verschmutzungen mit der Duschbrause zu entfernen und hat dabei das ganze Bad als Dusche angesehen. Der mutige Jere schob dann einfach mal alles in eine Ecke, so dass ein Gang zum Klo begehbar wurde, was jedoch auch nicht gegen den Geruch half, der sich durch die Türritze und das Schlüsselloch in unser Zimmer schlich. Am nächsten Morgen war mir immer noch schlecht und wir gingen ins Hauptgebäude frühstücken und anschließend an die Rezeption, um entweder das Zimmer zu wechseln oder den Bungalow professionell reinigen zu lassen. Aber es wurde uns noch eine dritte Möglichkeit offenbart und so checkten wir aus und erhielten unser Geld für die zweite Nacht zurück. Wir standen nun vor der Entscheidung weiter zu fahren oder noch etwas in Wanaka zu bleiben. Uns gefiel der Ort gut und wir hatten das Gefühl, dass man hier noch ein paar schöne Tage verbringen könnte. Und so machten wir unsere Entscheidung davon abhängig, ob im „Wanakabakpaka“ noch ein Raum für uns frei war. Doch vorher stellte sich eine schwierigere Aufgabe: Es war vielleicht unser Karma, weil wir die Jugendlichen an der Rezeption verpfiffen hatten, oder einfach logische Technik: Unser Van sagte wieder keinen Mux. Ich erinnerte mich daran – ich dachte, dass ich es nur geträumt hätte – das in der Nacht jemand vor dem Fenster in Englisch geschrien hätte: Beim gelben Van sind die Lichter an. Und tatsächlich ist Thomas darauf hin mitten in der Nacht raus gegangen und hat die Lichter am Wagen ausgemacht. Aber es war wohl nicht früh genug und die Batterie war wieder leer. Wenigstens wussten wir jetzt, dass es 100%ig an den Lichtern lag und dass wir wahrscheinlich nicht daran schuld waren. Da diesmal niemand einfach mit einem Startkabel anhielt, wollten wir es noch einmal mit der Anschiebmethode probieren: Diesmal war sogar ein Hügel in Sicht – Leider standen wir an dessen Fuß. Aber wir wachsen mit unseren Aufgaben und auf gerade Fahrbahn schieben – das hatten wir ja schon! Also den Berg hoch und wieder stellten sich die Neuseeländer als Helfer in der Not heraus. So kam ein Paar aus einem Haus am Hügel herbei und half schieben. Ohne die beiden hätten wir das nie geschafft, aber mit ihnen erreichten wir die obere Kreuzung, wendeten und Jere versuchte sein Glück. Und tatsächlich: Beim letzten Versuch an der nächsten unteren Kreuzung mitten in der Kurve sprang der Van an. Wir fuhren also schnell zum Hostel, in dem noch ein Vierbettzimmer frei war, das wir uns mit dem sehr netten jungen Engländer Matt teilten, checkten bei laufendem Motor ein und machten eine Spritztour ein wenig um den See herum, um die Batterie aufzuladen. Das „Wanakabakpaka“ hat gleich eine ganz andere Ausstrahlung, schon weil es viel kleiner ist. Wie ich bereits erwähnt hatte, ist der Blick durch die Panoramafenster im Gemeinschaftsraum traumhaft. Ich könnte den ganzen Tag da sitzen und den Seeglern, Kitesurfern, Windsurfern und Ruderern zuschauen oder den Schatten auf den goldenen Bergen, den Wolken, die über den See in das Tal kommen… Und so haben wir unsere Nächte noch einmal verlängert und waren insgesamt von Donnerstag bis Montag dort. Einen Tag haben wir zum „Car-Day“ gemacht: Früh um 9.00 Uhr brachten wir das Auto in die Werkstatt, weil der Wagen schlecht anspringt und wir die Zündkerzen überprüfen lassen wollten und um uns einen Tipp wegen des Batterie-Problems zu holen (morgens waren wieder die Lampen an, aber anscheinend nicht zu lange. Dann haben wir es endlich geglaubt, dass es wirklich ohne fremde Berührung etc. einfach irgendwann in der Nacht angehen muss.), tranken einen Kaffee in einem niedlichen Café im Industriegebiet, beschäftigten uns im Bauhaus und gingen wieder zur Werkstatt, wo das Auto noch genau am gleichen Platz stand. Wir hatten zwar einen Termin gemacht, aber hier herrscht wohl „Kiwi-Time“ und so ließen wir unsere Handynummer da und liefen runter zum See. Dort hatten wir eine sehr entspannte Zeit am Kieselstrand, ließen uns von der Sonne wärmen (voll angezogen, weil der Wind trotzdem kalt ist) und ließen einfach mal ein wenig Zeit vergehen, genau das, worauf wir uns in den letzten Semesterwochen am meisten gefreut haben. Als wir langsam hungrig wurden, schlenderten wir die Straßen entlang und fanden den besten Burgerladen der Stadt: „Red Star“: Klingt groß, ist aber ein süßes kleines unscheinbares Restaurant, in dem die Besitzerin Bedienung und Koch zugleich ist, auf dem Hinterhof „Organic Farming“ betrieben wird und die Burger einfach riesig und sehr sehr lecker sind!  Jetzt glaubt auch Thomas, dass es einen Unterschied zwischen McDonalds und selbst gemachten Burgern gibt. In der Werkstatt wollte man uns grad anrufen, als wir zur Tür rein kamen. Das Ergebnis der Untersuchung war, dass die Zündkabel und der „Ear-Filter“ ausgewechselt werden sollten. Der „Ear-Filter“ ist die neuseeländische Aussprache für „Airfilter“, also Luftfilter. Das ist schon manchmal schwierig hier, die Leute zu verstehen. Wir stimmten also den Reparaturen zu und kauften in der Batterie-Fachwerkstatt daneben eine empfohlene Brücke für unsere Batterie: So wie Steffen es im Kommentar gesagt hat, ist es das Beste, nachts die Batterie abzuklemmen. Da die Kontakte aber schlecht an der Batterie halten und wir in guter „Medienproduzenten-Manier“ schon alles mit Gaffer eingewickelt haben, ist die Version nicht möglich. Jetzt haben wir ein kleines Rad, durch das wir den Stromkreislauf unterbrechen können. Gleichzeitig auch eine ideale Wegfahrsperre! Da kommt niemand drauf – und wir haben hier schon Horrorstorys über geklauten Vans gehört! Seit der Werkstatt springt das Auto vorbildlich an und auch die Berge können wir nun oft mit über 20 km/h hinauf fahren. Ich denke, wir haben vielleicht doch keinen so schlechten Kauf gemacht, wenn ich mal die Autos der anderen betrachte. Wir haben bereits zwei andere Autos angeschoben und müssen zusammenfassend berichten: Die Autos auf dem Backpackermarkt sind in keinem wirklich zuverlässigen Zustand – aber vielleicht macht das ja auch den Reiz einer Reise aus. Der „Car-Day“ endete damit, dass wir den Rest des Vans gelb ansprühten (außer das Dach, aber das seh ich ja eh nicht).

Nicht nur uns hat das Hostel sehr gut gefallen und so hat auch Steve (der Engländer aus Okarito) ein paar Nächte hier verlängert. Und wir haben weitere Backpacker kennengelernt. Es sind zwar Deutsche, aber sie sind trotzdem nett 😉

Zum einen ist da Laila, eine junge Seegellehrerin, die hier ganz allein durch die Gegend trampt – find ich mutig – und immer so witzige Sachen erwidert. Durch sie haben wir das Kino hier kennengelernt, dass wir gleich zwei Abenden besuchten, weil es einfach zu stylisch ist und wir außerdem unser Heimkino „Forum“ in Offenburg so vermissen. Wir wollen hierzu einen Extrabericht schreiben, weil der Besuch ein Erlebnis ist. Am Samstag schafften wir es ENDLICH einmal, den Farmersmarket anzuschauen: Wir dachten, wir seien zu spät, aber dann erfuhren wir von Matt, dass er früh morgens da war und auch nicht mehr los war, als 4 Stände, an denen es Eier, Honig, Brot und Früchte gab. Bei der Gelegenheit sahen wir jedoch, dass anscheinend ein BMX-Contest aufgebaut wurde und so kehrten wir am Nachmittag mit sehr leckeren „Fish And Chips“ in der Zeitung eingepackt, dorthin zurück und schauten den Bikern dabei zu, wir sie hinfielen oder über eine Rampe auf ein riesiges Luftkissen sprangen. Die Stadt scheint hier einiges für die Jugendlichen möglich zu machen! Total süß waren 2 kleine Kinder (ca. 4 Jahre alt), deren Vater selbst noch aussah, wie ein Biker, die sich bereits ohne Stützräder in die Halfpipe stürzten. Generell gehen hier die Eltern sehr entspannt mit ihren Kindern um. Ich habe noch nicht einmal gesehen, dass hier ein Kind angeschrien oder rumgezerrt wird (was man ja in Deutschland in jedem Cafe beobachten kann), sondern vielmehr eine große Ruhe und Motivation. So konnte ich bei unserer ersten Autopanne eine Weile dem Schulsport zusehen und es hat mich echt neidisch gemacht, zuzusehen, wie die Kinder dort nach jedem Weitsprung motiviert und angespornt wurden. Bei uns wurde von der Lehrerin nie irgendwas gesagt, außer die zu geringe Weite gefolgt von einem vorwurfsvollen Blick.

Außerdem haben wir noch den faulsten Tag des Jahres mit Svea und Svenja verbracht, zwei frisch ausgebildete Hotelfachfrauen und angehende Wirtschaftspsychologin, bzw. Bauingenieurin aus Bremen. Sie haben an dem Morgen ihre Nächte im Hostel noch einmal verlängert und saßen noch am Frühstückstisch, als auch wir ausgeschlafen hatten (endlich mal). Eigentlich hatten wir ja eine Wanderung geplant und auch die zwei wollten sich ein wenig in der Gegend umsehen, aber es war den ganzen Tag Regen angesagt und wir quatschten bis in den frühen Nachmittag im gemütlichen Aufenthaltsraum. Wir schafften es grad noch, Mittag zu „kochen“ (Nachos mit selbst gemachter Guarcamole), ansonsten verschoben wir unsere Aktivitäten auf später. Irgendwann entschieden wir, dass es jetzt sowieso schon zu spät für Spaziergänge und ähnliches war, um aber doch noch einen Schritt vor die Tür zu setzen (es hatte übrigens den ganzen Sonntag nicht geregnet, trotz einer Regenwahrscheinlichkeit von 90%), gingen wir in die Nachmittagsvorstellung des Kinos: „The Boys are Back“. Abends saßen wir wieder am Tisch und spielten „Wer bin ich“, während das Brot im Ofen duftete.

P.S.: Wir sind dankbar für leckere gesunde Brotteigrezepte. Als Einschränkung: Es gibt hier aber nur Weizenmehl und Trockenhefe.

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2 Responses to “Blauer Gletscher, bunte Nudeln und faule „Backpacker“”

  1. Thomas sagt:

    Hi ihr 3,
    wieder ein toller Bericht Claudi.
    Wenn man den O-Ton deiner Stimme kennt, noch authentischer… 🙂

    Wünsch euch weiterhin viel Spass, weniger Probleme mit dem Van und freu mich auf weitere Berichte.

    Greetz Thomas

    PS:
    Ich fände eine Abstimmung: „Wird Claudi noch zum Wanderfreund“ ganz interessant 😉

  2. Astridmami sagt:

    Hi, Ihr Lieben,
    hier ein paar Rezepte:
    Wiener Brot:
    750 Mehl, 3 TL Salz, 1P Trockenhefe, 1/4 l Wasser, knapp 1/4 l Milch. Kneten, bis der Teig nicht mehr an den Händen klebt und Blasen wirft, in Plastikbeutel u. Tuch obendrauf, bei Zimmertemp., bis sich Umfang verdoppelt hat, nochmal durchkneten, wenn zu flüssig-> Mehl dazu, Laib formen und abgedeckt nochmal 30 Min gehen lassen. Mit Wasser oder Stärkelösung bestreichen, Mohn, Kümmel, Sesam, Zwiebeln, Speck, Kürbiskerne o.ä. bestreuen oder unterkneten. Brot: E-Herd 250°, Heißluft 200°, Gasherd Stufe 4, 35 Minuten / Brötchen E-HErd 200°, Heißluft 160° Gas 4, 20 Minuten (nicht vergessen eine Schale mit Wasser in den Ofen dazu stellen).
    Croissants Ostern?:
    500 g Mehl, 1 TL Salz, 2 TL Zucker, 1 P Hefe mischen, knapp 1/4 l lauwarme Milch, 1 Ei, 50g zerlassene Butter (nicht mehr heiß) dazu und 10-15 Min kneten. 60 Min. gehen lassen (Zimmertemp.) bis sich der Teig verdoppelt hat. Nochmal kurz kneten, auf Mehl ausrollen(kann man mit einer Flasche machen), Dreiecke schneiden (eine Seite 20 cm) von der Breitseite her locker aufrollen, mit Ei bestreichen, aufs Blech, bei 50 ° im Ofen 15 Minuten gehen lassen, dann nur oben mit Ei bestreichen (nicht die Teigränder!!!), 220 ° vorheizen, dann 2. Leiste von oben 25 Minuten bei E-Herd:200°, Heißluft:160°, Gasherd Stufe 4.
    Osterbrot:
    1 Kg Mehl, 1 P. Hefe, 1 Tl Salz , 100 g Zucker, 200 g flüssige Butter, 2 Eier, 1 Bio-Zitronenschale (abgerieben) zu einem glatten, ziemlich festen Teig kneten und schlagen, 30 Min. gehen lassen, eingewichte Rosinen (300 g) und oder gehackte Mandeln unterheben, nochmal 10 – 15 Min gehen lassen,, 2 runde Brote formen, auf Blech zugedeckt nochmal 15 Min. gehen lassen, vorgeheizt (220°) 40 – 50 Min. backen (Temperatur siehe oben), noch 10 Min im abgeschalteten Ofen lassen, 100 g Butter schmelzen, bestreichen, 100 g Zucker mit 1 P. Vanillezucker mischen und drüberstreuen
    Guten Appetit!
    Weiterhin viel Spaß
    Bussi Mamiastrid

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