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Fischfabrik is over!!!

Am letzten Freitag endete nach über drei Monaten die Hoki-Season. Das hieß für mich: ein letztes Mal um 4.50 Uhr den Wecker abstellen, ein letztes Mal den Weg zum Nelson Harbour fahren, ein letztes Mal die weiße Sealord-„Uniform“, Bart- und Haarschutz anziehen, Ohrenschützer aufsetzen, ein letztes Mal 7000 Fische aufschneiden und den Rogen herausziehen. Dann endlich der letzte Fisch, Messer säubern und desinfizieren, mich umziehen und in die Cafeteria zum abschließenden Buffet-Mittagessen mit der kompletten Fabrik, zu dem jeder Mitarbeiter ein Gericht mitbrachte, welches zusammen mit allen anderen einen sich biegend vollen Tisch mit Leckereien bildete.

Es gab z.B. indisches, burmesisches, malaisches und taiwanesisches Curry, Pizzabrötchen, Shrimps, natürlich Fisch, diverse Brötchen und Gebäckstücke, Kuchen, Brownies (u.a. von mir), gefüllte Fleischröllchen, Gemüse in allen Variationen, Suppe, Sushi, süße Cremes, Salate und und und… Und die Stimmung war natürlich super, da jeder glücklich war, die Hoki-Season überstanden zu haben. Selbst für die permanent angestellten Mitarbeiter der Fabrik ist die Season nämlich eine arbeitsreiche und anstrengende Zeit. Und jeder ist froh, wenn er wieder wieder an seinen gewohnten Arbeitsplatz an der Squid-Line (Tintenfisch), der Shellfish-Fabrik (Schalentiere) oder dem Coldstore (Kühlhaus) zurückkehren kann. Am meisten freuten sich aber natürlich die Season-Arbeiter und Backpacker (wie ich), die nun ans Heim- oder Weiterreisen denken können.

Nach einer Dankesrede der Fabrikleitung mit Geschenken (T-Shirt und Basecap) für einige besondere Mitarbeiter (u.a. unsere taiwanesischen Mädels) wurde also ausgiebig gegessen und dann hieß es Abschied nehmen von all den netten Leuten, die ich in den drei Monaten kennengelernt habe. Und so anstrengend (vor allem mental) und langweilig die Arbeit auch war, und so froh man darüber ist, dass es endlich vorbei ist: der Abschied fällt dann doch immer etwas schwer und man idealisiert die Zeit in der Fabrik in diesem Moment ein wenig.

Trotzdem habe ich auch wirklich einiges in der Fabrik gelernt und erfahren. Hier eine kleine Auswahl von Dingen, die mir die Fischfabrik gebracht und mich gelehrt hat:
– mich in Gedanken selbst zu beschäftigen (z.B. in Gedanken zu programmieren oder mir Medienprojekte und Themen für meine Abschlussarbeit auszudenken)
– Fische aufzuschneiden und auszunehmen
– Messer korrekt mit dem Stein zu schleifen und mit dem Wetzstahl zu glätten
– ganz viele neue und nette Bekanntschaften mit Tschechen, Franzosen, Burmesen, Taiwanesen, Kiwi, Koreanern, Deutschen, Maoris, Malaien, Russen… mit viel kulturellem Austausch von Infos und Essen
– wie verfressen die Menschheit doch ist (in den drei Monaten wurden mehr als 6000 Tonnen Hoki verarbeitet; ein großer Teil davon geht an McDonalds in den USA und in Europa, also denkt an mich, wenn ihr demnächst mal einen FishMac esst)
– dass es echt gute und faire Arbeitgeber gibt, die die Mitarbeiter mit Kleinigkeiten motivieren (z.B. guter Kaffee, kostenloser Kuchen in der Mitte der Season als Dank für gute Arbeit, gratis Mittagessen beim Treffen mit dem CEO der Firma, gratis Packung Hoki-Fillet, günstiger Mitarbeiter-Verkauf)

Im Nachhinein war es eine wirklich coole Zeit, die ich nicht missen möchte. Viel gelernt, viel Spaß gehabt (vor allem in den Pausen ;)), viele Ideen für neue Projekte und meine Abschlussarbeit bekommen und voll ins neuseeländische Alltagsleben eingetaucht. Hätten wir mehr Zeit hier in Neuseeland, würde ich das (mit einem anderen Job) gerne nochmal machen.

Am letzten Tag habe ich nochmal die Möglichkeit genutzt und ein paar mehr Fotos uns Videos mit dem Handy zu machen. Diesmal sogar mit Erlaubnis von offizieller Stelle.


posted by czery in Arbeit,Nelson,Neuseeland,Work & Travel and have Comments (3)

3 Responses to “Fischfabrik is over!!!”

  1. Daniela und Theresa sagt:

    Hey, wir sind zwei backpacker in Neuseeland. Sind gerad in Wellington und suchen einen Job. Haben von der Fischfabrik gelesen. Koenntet ihr uns die Adresse geben oder uns sagen, ie ihr da dran gekommen seit? Das waer echt super nett!
    Vielen Dank schonmal!
    Schoene Gruesse,
    Daniela und Theresa

  2. czery sagt:

    Hey ihr zwei,
    die Jobs in der Fischfabrik werden über eine Personalvermittlung vergeben. Geht zu „Advanced Personell“ am Buxton Square in Nelson, die machen das, zumindest für die Fabrik, in der ich gearbeitet habe. Es gibt aber noch eine andere.
    Ihr könnt auch mal bei Amir in der Pizza Bar (Hardy St in Nelson) vorbeischauen. Der sucht immer wieder deutsche Bedienungen.
    Gruß und viel Glück bei der Jobsuche

  3. Daniela und Theresa sagt:

    Hey!!!!
    Vielen lieben Dank fuer die schnelle Antwort.
    Wenn wir in Nelson sind, werden wir dort auf jeden Fall unser Glueck versuchen!
    Schoene Gruesse!!!

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